Auf den Spuren der Trolle: eine Reise durch das mystische Norwegen
Abenteuer Sarah Müller-Benedikt · 15.08.2023 · 7 min Min. Lesezeit

Auf den Spuren der Trolle: eine Reise durch das mystische Norwegen

Wir sind den Trollen Norwegens gefolgt, auf einer mythischen Reise durch den hohen Norden!

Riesige Nasen, zottelige Haare, vier Finger und vier Zehen und magische Kräfte: das sind Norwegens Trolle. Um die Legenden und Sagen kommt man nicht herum. Grund genug, sich einmal auf die Spuren der Trolle zu begeben und Norwegen von seiner mystischen Seite zu bereisen.

Ihre Darstellung variiert zwar immer mal wieder, doch eins haben alle Trolle gemeinsam: man sollte sie besser zum Freund haben, statt zum Feind! Ihre magischen Fähigkeiten nutzen sie, um Menschen zu verwirren und zu täuschen; selten sind Trolle putzige Wesen, die den Menschen helfen wollen, wie bei „Die Eiskönigin“. Stattdessen passt die Darstellung der menschenkochenden Trolle aus Tolkiens „Der Hobbit“ oder des dümmlichen Trolls aus „Harry Potter und der Stein der Weisen“ viel eher zur allgemeinen Vorstellung.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Trolle: Waldtrolle, Bergtrolle, Höhlentrolle, Wassertrolle oder Brückentrolle. Manche sind klein, andere riesengroß. Sie leben abseits der Zivilisation, tief in der Natur. Eins haben sie alle gemeinsam: man sieht sie nur bei Nacht. Haben sie es nicht rechtzeitig geschafft, sich zu verstecken, werden sie bei Berührung mit den ersten Sonnenstrahlen versteinert.

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Legenden und Mythen

Ob es Trolle nun wirklich gibt oder sie nur ein Konstrukt der Überlieferungen sind, sei mal dahingestellt. In der norwegischen Geschichte sind sie jedoch so fest verankert, dass sie weitestgehend die Christianisierung überlebt haben und auch heute noch eine gewisse Faszination ausstrahlen.

Die Natur Norwegens eignet sich bestens zur Beherbergung verschiedener Legenden, Sagen und Märchen. Mit seinen zerklüfteten Landschaften, grotesk wirkenden Bergketten, dunklen Höhlen und tiefen Fjorden findet man reichlich Potenzial, die Geschichten rund um die Trolle zu spinnen. So sehen viele Felsformationen aus wie versteinerte Gesichter, Hände oder Körper der Trolle. Es gibt sogar Regionen in Norwegen, die ‚Troll‘ im Namen tragen, wie zum Beispiel die Gebirgskette Trollheimen (übersetzt: Heimat der Trolle) in Mittelnorwegen oder die Trolltunga, ein ca. 10 Meter langer, dünner Felsvorsprung, der an eine herausgestreckte Trollzunge erinnern soll.

Auf den Spuren der Trolle: Trollheimen, Trolltunga, Jotunheimen, die Kathedrale von Trondheim und der Märchenpark Hunderfossen

Trollheimen ist ein wahres Paradies für Wanderer, Bergsteiger und Skifahrer. Die Gipfel der Bergkette sind über 1600 Meter hoch. Verschiedene Zeugnisse belegen, dass dort bereits vor über 9000 Jahren Menschen gesiedelt haben und man geht zurecht davon aus, dass Trollheimen das Gebiet war, das nach der letzten Eiszeit zuerst wieder vom Eis befreit war. Es gibt zahlreiche verschiedene Wanderrouten, die durch Trollheimen führen und euch an den ein oder anderen mystischen Fleck bringen.

Auch die Trolltunga in der Nähe von Odda ist für echte Troll-Fans ein Muss. Mittlerweile ist sie allerdings durch Social Media zu einem wahren Touristen-Hot-Spot geworden und man muss Glück haben, den schmalen Felsvorsprung für sich zu haben.

Jotunheimen ist das höchste Gebirge Norwegens und heißt übersetzt zwar „Heimat der Riesen“, doch in den verschiedenen Überlieferungen ist man sich ohnehin uneins, ob Trolle und Riesen zur selben Familie gehören; deswegen wird Jotunheimen hier bei der Reise zu den Trollen auch aufgeführt. Ein Besuch im Nationalpark Jotunheimen lohnt sich so oder so, denn dort gibt es den größten Festlandgletscher Europas, den Jostedalsbreen, und eine einzigartige Pflanzenvielfalt zu bestaunen.

Wer sich auf die Suche nach Trollen begeben möchte, campt am besten direkt im Nationalpark auf einem der verschiedenen Lager- und Rastplätze. Aber nicht vergessen: die Kleidung und Ausrüstung sollten den Gegebenheiten im Hochgebirge und der Jahreszeit angepasst sein! Für Camper, die Jotunheimen zu Fuß erkunden, eignet sich neben einem leichten Zelt auch ein kompakter Schlafsack. Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Schlafsäcken für jede erdenkliche Gegebenheit; von leichten und platzsparenden Schlafsäcken für Wanderer bis hin zu Thermoschlafsäcken, die auch bei Minusgraden für warme Nächte sorgen.

Eine weitere Anlaufstelle auf der Troll-Tour ist die Kathedrale von Trondheim. Auf den ersten Blick wirkt es willkürlich, dass der Nidarosdom, wie er richtig heißt, auf der Liste steht. Laut alter Sagen haben die Trolle aber mit ihren Riesenkräften beim Bau der Kathedrale geholfen und somit ihren Standort legitimiert. Nach der Christianisierung und der Reformation um 1600 wurden die Trolle aber leider aus der Mythologie verdrängt und überlebten weitestgehend nur noch in den Volksmärchen.

Was uns zum nächsten Punkt bringt: dem Märchenpark Hunderfossen. Er ist ein absolutes Muss, vor allem, wenn man mit Kindern zusammen auf den Spuren der Trolle wandelt. Doch auch Erwachsene werden aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, wenn sie den 14 Meter hohen und 70 Tonnen schweren Hunderfossen-Troll sehen. Er ist der wohl berühmteste und meistfotografierte Troll der Welt, welcher der Sage nach von der Morgensonne versteinert wurde, als er gedankenverloren dort saß. In der Märchenhöhle in Hunderfossen befinden sich sogar über 150 Trolle, die man entdecken kann. 

Fazit

Wer Norwegen von seiner mystischen Seite erleben will, sollte sich für Camping entscheiden. Ob mit dem Zelt, Wohnwagen oder Camper ist im Prinzip egal, solange man nach gültigem Jedermannsrecht den Ort so verlässt, wie man ihn vorgefunden hat. Und wer beim wilden Campen in freier Natur noch ein paar Bedenken hat: es gibt zahlreiche Campingplätze in Norwegen. Somit steht der Suche nach den Trollen nichts mehr im Weg!

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