In den letzten Jahren hat sich sehr viel geändert. Die Caravaning-Industrie hatte während den Jahren der Corona-Pandemie einen enormen Zuwachs, der sich zwar verlangsamt hat, aber immer noch merkbar ist. Mit jedem Jahr verzeichnen die großen Hersteller enorme Profite, und auch wenn der Profitanstieg sich in letzter Zeit verlangsamt hat, ist er weiterhin offensichtlich merkbar.
Doch nicht alles lief im letzten Jahr glatt und die Probleme werden auch dieses Jahr wieder sichtbar. Auf der CIVD wurde in einem Statement an die Industrie zusammengefasst, worauf sich Hersteller dieses Jahr mit Blick auf 2022 einstellen können und wo die Nachteile lagen. Hier wird direkt mit den Problemen begonnen: Lieferketten und Personalengpässe.
Wir sind bereits in einem vergangenen Artikel im letzten Jahr auf die Probleme der Camper-Branche eingegangen, die durch mehrere Faktoren der aktuellen europäischen Politiklage hervorgerufen werden. Während das Interesse an Campervans im konstanten Aufstieg ist und Van Life immer beliebter wird, kann aufgrund der noch immer aktiven Pandemie, kombiniert mit Brexit und dem Krieg in der Ukraine der Nachschub nicht mithalten.
Trotzdem war das Jahresergebnis ein außergewöhnliches im letzten Jahr. Wie auf der CIVD verkündet, sollen im vergangenen Jahr rund 91.000 neue Freizeitfahrzeuge verzeichnet worden sein. Mit diesen Zahlen ist 2022 das beste Jahr in der Geschichte der Branche, aber es stellt auch einen Sturz von 14,3 Prozent zum Vorjahr dar.
Wie bereits erwähnt ist dieser Absturz weniger eine Sache der Nachfrage und mehr die Schuld des mangelnden Angebots. Mit 129.000 Freizeitfahrzeugen, die deutsche Hersteller über das Jahr hinweg hergestellt haben, wurde zwar viel produziert, aber aufgrund von Personalmangel und Lieferengpässen eine geringere Zahl als angefragt war. Das bedeutet allerdings auch, dass viele, die ein Reisemobil haben wollen, letztes Jahr verzichten mussten und vielleicht dieses Jahr zu Käufern werden.
Wenn die politische Lage im Jahr 2023 etwas ruhiger wird und das Angebot zur Nachfrage aufholen kann, klingt das nach guten Nachrichten für die Branche. Und auch nach dem letzten Jahr konnte die Industrie immerhin 14 Milliarden Euro verzeichnen in einem Umsatzanstieg von einem halben Prozent zum Vorjahr, da geringeres Angebot natürlich auch höhere Preise bedeutet.
Während das auf kurze Sicht gut klingt, sind höhere Preise natürlich auf lange Sicht auch eine Abschreckung für viele angehende Camperreisende. Mit einem Neuzulassungsminus von 16 Prozent zeigt sich hoffentlich kein negativer Trend für die Zukunft, sondern eher ein einmaliger Sonderfall, der auf der einzigartigen politischen Situation basiert.
Das wichtigste ist jetzt, dass die Nachfrage-Problematik gelöst wird. Hierfür gilt es mehr zu tun, als nur auf das Ende von Pandemien und Kriegen zu warten. Es mangelt nicht nur an Fachkräften, weil Mitarbeiter krank werden, es kommen auch nicht genug neue Fachkräfte in die Firmen, um sie zu ersetzen.
Dieses Problem soll durch eine neue Fachrichtung gelöst werden, die direkt vom CIVD entwickelt wurde. Wer “Caravan- und Reisemobiltechnik” lernt, kann sich direkt in die Industrie spezialisieren. Damit sollen neue Arbeiter angelockt werden, die ihre Ausbildungen in den Industrien vervollständigen können.
