Eine Campingtour rund um Rhein und Mosel
Abenteuer Sarah Müller-Benedikt · 13.05.2023 · 8 min Min. Lesezeit

Eine Campingtour rund um Rhein und Mosel

Wenn ihr Wandern, Campen und Wein genießen wollt, alles im Schatten von Weinbergen, dann sind Rhein und Mosel perfekt.

Wer eine Tour entlang der Weinstraße machen möchte, der sollte sich mit dem Rhein und der Mosel näher auseinandersetzen, denn genau hier gibt es nicht nur zu jedem Abendessen den perfekten Trunk, sondern auch eine faszinierende Reiseroute mit einmaligen Landschaften, lokaler Kultur und köstlichem Genuss. Beginn der Tour ist Rüdesheim am Rhein, ein Touristenstädtchen mit vielen Sehenswürdigkeiten und auch entlang des Rheins bis nach Trier im südwestlichen Rheinland-Pfalz.  

Rüdesheim am Rhein – Bingen – Oberwesel – Bacharach – Boppard – Koblenz – Cochem – Bernkastel-Kues – Traben-Trarbach – Trier

Rüdesheim am Rhein – Drosselgasse und Wein, so weit das Auge reicht

Südhessen und Rheinland-Pfalz sind zwei beliebte Weinregionen, was auf das milde Klima der Gegend zurückzuführen ist. Weinberge schmiegen sich an die sonnigen Hänge und sind von den Straßen aus überall zu sehen.

Rüdesheim am Rhein ist unser Tor zur Weinreise. Hier gibt es nicht nur den berühmten Grau- und Spätburgunder, sowie verschiedene Riesling Sorten und -sekte, sondern auch den Asbach, der Seele und Geist wärmt. Denn genau dieser wird in dem bekannten Rüdesheimer Kaffee verarbeitet, der mit einem Feuerzeug angezündet und in besonderen Tassen serviert wird.

Ein Ausflug in diese Weinregion lohnt sich auf alle Fälle für alle Feinschmecker und Weinfreunde. Eine besondere Gaumenfreude ist zum Beispiel der Qualitätswein von der Marinannenaue, die sich östlich von Rüdesheim gegenüber von Eltville befindet. Hier beginnt die Tour durch die verschiedenen Rebsorten und Weinberge. Bei einem Besuch von Rüdesheim solltet ihr unbedingt durch die Drosselgasse wandern, besonders wenn ihr es makaber mögt. Es gibt hier nämlich ein Foltermuseum im oberen Teil der kleinen Stadt und zahlreiche Souvenirläden in der Nähe des majestätischen Rheins.

Von hier aus fahrt ihr mit der Fähre nach Bingen. Diese darf auch Wohnmobile mitnehmen und ist die einzige Möglichkeit, bis nach Koblenz mit eurem Gefährt über den Rhein zu gelangen, denn im UNESCO-Weltkulturerbe Rheintal gibt es keine Brücken über den Fluss. Nun müsst ihr entscheiden, nehmt ihr die hessische Route hinauf nach Koblenz und genießt Assmannshausen, Lorch, St. Goarshausen, Kestert, Kamp-Bornhofen, Osterspai und Lahnstein in direkter Nähe zum Rhein oder möchtet ihr doch in Rheinland-Pfalz eure Reise fortsetzen und genießt die Burgen, Schlösser und kleinen Städte auf dem Weg?

Die Pfälzer Seite des Rheins

Die Route entlang des Rheins auf der Rheinland-Pfälzer Seite ist genauso schön wie die durch Hessen. Sie beginnt mit der Überfahrt nach Bingen und führt weiter über Bacharach, Oberwesel, St. Goar, Boppard, Spay und Rhens, immer direkt am Rhein entlang durch das enge Tal. Zahlreiche Burgen erheben sich hier zu beiden Seiten des Flusses. Die Landschaft rund um das Rheintal ist einzigartig und es gibt zahlreiche Wohnmobilstellplätze in direkter Wassernähe.

Der Campingplatz Marienfort in Trechtlingshausen zum Beispiel ist ein besonderer Ort, mit Blick auf die riesige Burg, die sich majestätisch über dem Rhein erhebt. Hier sind ein Museum und ein Restaurant untergebracht und ihr habt einen wunderbaren Blick über das Rheintal. Idyllisch kann zwischen den Weinbergen ein Schoppen genossen werden. Biergarten und Restaurant gehören zum Campingplatz dazu, der sich idyllisch am Rhein entlangzieht.

Camping Sandstrand befindet sich in Bacharach und ist ebenfalls reizvoll, denn auch hier, in dem kleinen Ort zwischen Weinbergen und Fluss, gibt es allerhand zu entdecken. Fachwerkhäuser, urige Gassen und das ein oder andere Weinlokal warten begierig auf Besucher. Die Burg Stahleck ist eine Jugendherberge mit einem kleinen Bistro. Eine Wanderung hierher ist zwar anstrengend, wird jedoch mit einem atemberaubenden Blick auf die Windungen des Rheintals belohnt. Genauso antik ist Oberwesel mit seinen kleinen Türmchen, den antiken Häusern und engen Gassen. Die Stadt lädt zu einem Stadtspaziergang ein und zu einem Glas Wein ein, das hier an jeder Ecke angeboten wird.

Weiter geht die Wohnmobilreise nach St. Goar mit seiner wunderschönen Burg Rheinfels. Auf der Burg werden Rundgänge angeboten, wo die Ruinen jenseits des Hotels erklommen werden können. Ein Führer erklärt die weitreichende Geschichte und gibt einen Einblick in vergangene Zeiten.

Koblenz und das Moseltal

Über die unscheinbaren Orte Rhens und Spay geht es nun hinauf nach Koblenz, zu der Stadt, an der sich der Rhein und die Mosel küssen. Man nennt diesen Zipfel „Deutsches Eck“. Solltet ihr eine komplette Radtour entlang des Rheins von Mainz nach Koblenz machen, so seid ihr 110 Kilometer unterwegs und könnt beobachten, wie sich die beiden Flüsse vereinen. Koblenz hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie die Burg Ehrenbreitstein, die Altstadt und den Dom.

Hier empfiehlt sich für eine Nacht einen Campingplatz aufzusuchen, bevor ihr weiter entlang der Mosel bis nach Trier reist. Der wohl beste Campingplatz, den Koblenz zu bieten hat, ist der KNAUS Campingplatz Rhein-Mosel, der direkt am Zusammenfluss der beiden Gewässer liegt. Der Blick aufs Deutsche Eck und die Burg Ehrenbreitstein ist inklusive. Neben Wohnmobilstellplätzen sind auch Holzfässer vorhanden. Nach einer idyllischen Nacht geht es dann weiter entlang der Mosel. Nicht so mächtig wie der Rhein, doch genauso romantisch und schön schlängelt sie sich bis nach Frankreich und ist ganze 544 Kilometer lang.

Besonders reizvoll ist der Abschnitt zwischen Koblenz und Trier, der mit zahlreichen romantischen Orten gesegnet ist. Viele fachwerkbestückte Weinorte ziehen an den Fenstern des Wohnmobils vorbei, bis ihr Cochem erreicht. Die touristische Stadt an der Mosel ist ein besonderes Ausflugsziel. Weinlokale und Restaurants zieren den Ort, über dem groß und dunkel eine Burg thront. Leckeres Eis, ein uriges Weinlokal oder eine Schifffahrt auf der Mosel machen Cochem aus.

Die Weiterreise entlang der Mosel

Nachdem ihr die Touristenstadt passiert habt, wird es sehr ländlich und ein Weinort geht direkt in den nächsten über. Alle sind eng mit der Geschichte der Mosel verbunden. An den Hängen wachsen verschiedene Weinsorten, wie Chardonnay, Kerner, Sauvignon blanc, Schwarzriesling, Frühburgunder und Auxerrois.

Besondere landschaftliche Schönheit jedoch bietet die Mosel an der Moselschleife, die sich in der Nähe des kleinen Ortes Kröv befindet. Vom Bremm Aussichtspunkt aus habt ihr einen einzigartigen Blick über den Fluss und könnt weit hinein ins Tal blicken. Von oben habt ihr den Eindruck, als würde das Gewässer die Halbinsel von Traben-Trarbachs Stadtteil Wolf fast umkreisen. Hier liegt eine beliebte Klosterruine und auch Bernkastel-Kues ist von hier aus nicht weit entfernt...

Trier als Ziel der Weinreise

Hoch und dunkel erhebt sich die Port Nigra über der Stadt. Sie ist ein Überbleibsel aus römischen Zeiten und beherbergt heute ein Museum. Vom oberen Stockwerk des Tores aus habt ihr einen wunderbaren Blick über die Altstadt von Trier, bis hin zum Dom und zur Mosel, die an ihm vorbeifließt.

Mit dem Wohnmobil seid ihr flexibel und könnt alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an einem Tag erreichen. Neben der Porta Nigra und dem St. Petersdom gibt es die Ruinen der Kaiserthermen und das Amphitheater römischen Ursprungs, das Rheinische Landesmuseum und etwas außerhalb der Stadt die Teufelsschlucht, die mit dem Wohnmobil nur eine halbe Stunde Fahrtweg entfernt liegt. Imposante Felsen und Gesteinsplatten prägen die Landschaft und legen eine gewisse Mystik an den Tag.  

Fazit

Der Wein, der Rhein und die Mosel gehören zusammen und bilden eine einzigartige Rundreise entlang der schönsten Flüsse Westdeutschlands. Hier gibt es nicht nur einen einzigartigen Trunk, sondern auch viele schöne Sehenswürdigkeiten, Monumente, die aus der Römerzeit stammen und ideale Campingplätze, um die Reise zu einem besonderen Event zu machen.

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