Wir geben zu, eine einjährige Auszeit mit Kindern ist ein gewagter Schritt. Doch für viele ist es auch ein Traum, besonders für Van-Life-Enthusiasten. Einfach Abstand nehmen, etwas neues erleben… das wünschen sich viele. Doch wie gut funktioniert eine Langzeitreise im Wohnmobil mit den Kids wirklich? Ist der Alltag auf Reisen mit Kind und Kegel machbar?
Ob Sabbatical, Auslandssemester oder Work and Travel – ein großer Teil unserer heutigen Generation hat frühestens nach der Schule ein paar Monate, wenn nicht sogar länger, im Ausland verbracht. Die Erfahrungen, Freundschaften und Erinnerungen, die man auf einer längeren Reise gewinnt, sind einmalig. Klar, dass es einige von uns irgendwann wieder packt, für eine längere Zeit zu verreisen, der Drang dazu verblasst nur schwer. Doch wie sieht es eigentlich damit aus, wenn man nicht mehr nur alleine oder zu zweit ein paar Wochen, Monate oder gar ein ganzes Jahr verreist? Haben wir eine romantisierte Vorstellung davon, ein Jahr Reise-Auszeit im Camper mit Kindern zu nehmen? Oder ist es vielleicht doch entspannter, als gedacht? Wir haben uns mal ein paar Gedanken dazu gemacht.
Was muss man bei der Budgetplanung beachten?
Wir starten mit der schwierigsten Frage zuerst. Wo fangen wir an? Im Internet finden sich allerhand Informationen zu den Gesamtkosten einer Jahresreise mit Kindern. Dort werden einem Summen von 2.000 € bis hin zu 60.000 € genannt. Letzteres ist eine Summe, die einen kurz schlucken lässt, wenn man sich den Traum einer einjährigen Reise verwirklichen möchte, besonders wenn man dabei keine Pläne hat, aktiv Geld zu verdienen. Wir können euch an dieser Stelle keine Summe nennen, aber ein paar Aspekte mit auf die Hand nehmen, die ihr bei eurer Budgetplanung auf dem Schirm haben solltet.
Zuallererst solltet ihr euch die Frage stellen, wohin die Reise geht. Plant ihr einen Campingtrip durch Europa oder weltweit? Denn euer Reiseziel gibt auch euer Reisebudget vor.
Habt ihr bereits ein Wohnmobil? Wollt ihr vor eurer Reise noch einen Camper kaufen, oder seid ihr Etappenweise mit einem gemieteten Fahrzeug unterwegs? Stellt euch hierfür die Kosten zusammen, lasst euch Angebote von Mietfahrzeugen beziehungsweise Dienstleistern erstellen und wägt ab, was für euch die wirtschaftlichste Lösung ist. Anschließend solltet ihr euch mit dem Thema Versicherung, Kfz-Steuer, mögliche Reparaturkosten und Spritpreise auseinandersetzen. Werdet ihr auf eurer Reise auch zusätzliche Fortbewegungsmittel nutzen, wie Fähren oder Autozüge, dann kalkuliert das auch mit ein.
Hinzu kommen dann die laufenden Kosten eurer Reise. Setzt auch daher mit den Kosten für Fortbewegung auseinander, wie Sprit und Mautgebühren, Nahrungsmittel, Stellplätze, alternative Unterkünfte, Freizeitaktivitäten, Mobilfunk, Waschsalons und so weiter. Ihr wollt ja schließlich nicht jeden Tag Dosenravioli essen und euren Kids – je nach Alter – auch im Urlaub etwas bieten.
Welches Alter empfiehlt sich für das Langzeitreisen mit Kindern?
Hier spalten sich die Geister. Einige meinen, man solle mit Kindern eine längere Reise noch vor dem Schuleintritt planen. Andere sagen, jedes Alter ist gut, denn Kinder lernen nirgends so viel, wie auf Reisen, vielleicht weniger Mathematik, dafür aber viel wertvolleres wie Kulturen, Geschichte, Menschen und Sprachen und natürlich Geografie. Ob das unser Bildungssystem auch so sieht, ist eher die Frage. Denn eines ist sicher: Wer eine Auszeit mit schulpflichtigen Kindern plant, muss sie aus der Schule nehmen. Was für besondere Familienereignisse oder außerplanmäßige Kurzurlaube oder Reisetage möglich ist, wird schwieriger, je länger man sie von der Schulpflicht befreien möchte. Hier solltet ihr euch auf jeden Fall im Voraus informieren. Alternativ könnt ihr, solltet ihr über längere Zeit an einem Ort verweilen, eure Kinder an internationalen Schulen anmelden.
Prinzipiell gilt: Macht es so, wie es für euch am besten ist. Mit kleinen Kindern kann man gemeinsam die Welt entdecken, mit älteren kann man viel bereits gelerntes in neue Richtungen ausbauen.
